Strom von Föhr für Föhr

Vor einigen Tagen erhielten die Föhrer Haushalte eine Werbepostkarte der Föhrer Windkraft GmbH & Co KG. Bereits vor einigen Wochen wurde in der örtlichen Presse über dieses „Projekt“ berichtet und in Angesicht der letzten Stromrechnung ist sicher so mancher geneigt seinen bisherigen Anbieter zu wechseln. Da hört es sich gut an Strom bei einem örtlichen Erzeuger einzukaufen.
Nun wird mit Föhrer Windkraft geworben. Auf der Internetseite sind die WKA´s am Oevenumer Deich zu sehen, gleichzeitig erfährt man auf dieser Seite, das die Kapazitäten der Föhrer Anlagen nicht ausreichen alle Kunden mit günstigem Strom aus diesen Anlagen zu beliefern. Deshalb hat man einen innovativen Dienstleister aus dem Süden als Partner, die Elektrizitätswerke Schönau Vertriebs GmbH. So weit so gut.

Nun fragt sich der gesunde Menschenverstand: Was soll das? Ist das nun etwas neues? Nein. Immerhin stehen die WKA´s dort schon annähernd zwei Jahrzehnte. Wurde der dort erzeugte Strom nicht schon immer auch von den Föhrern verbraucht? Hat er jemals gereicht? Wurde nicht schon immer auch Strom vom Festland dazu geliefert?

Wenn Sie heute einen Stromvertrag mit einem Lieferanten abschließen, der Ihnen 100% Wasserkraft aus Norwegen garantiert, bekommen Sie immer noch Föhrer Windstrom aus der Steckdose. Sie bekommen den Strom, den der Netzbetreiber ihnen zuweist. Wir haben ein Europaweites Verbundnetz und keinen autarken Föhrer Markt und solange sich im Netz Atomstrom befindet, kommt der auch hier aus der Steckdose.

Es spricht nichts gegen eine Anbieterwechsel und schon gar nichts gegen einen Wechsel zu Ökostrom. So wird die Nachfrage nach Atom- oder Kohlestrom an der Strombörse immer weiter zurückgehen. Man darf sich aber nicht der Illusion hergeben mit dem Kauf beim Föhrer Anbieter nur noch Strom aus den Föhrer WKA´s zu bekommen oder aus Wasserkraft, die die Elektrizitätswerke Schönau wahrscheinlich in Norwegen einkaufen.
Man kann ganz einfach zum günstigsten Anbieter gehen und bekommt immer noch Föhrer Strom, denn der ist im Netz.
Was steckt hinter der Direktvermarktung? Vielleicht das Alter der Föhrer Anlagen, im Schnitt 15 Jahre. Sie sind also längst steuerlich abgeschrieben und müssten eigentlich längst repowered werden (aus 10 mach 2, bei höherer Leistung) oder die gesunkene Einspeisevergütung? Fließen für die Zusammenarbeit mit der EW Schönau Provisionen, denn wenn man sich den Vertrag ansieht kann man eigentlich gleich direkt mit Schönau abschließen, oder auch nicht, denn es gibt günstigere Öko-Strom-Anbieter.

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